Interkulturelles Netz
Altenhilfe
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Pflege
Es gibt keinen anderen Bereich, in dem sich Menschen so nahe kommen, wie in der Pflege. Die üblichen Grenzen der Begegnung und Nähe sind hier außer Kraft gesetzt. Pflege greift unmittelbar in die Intimsphäre ein und berührt die Schamgefühle des Pflegebedürftigen. Die Beziehung ist asynchron, der Pflegebedürftige ist abhängig von dem Pflegenden.

Die Pflege muss daher die jeweilige Kultur der zu Pflegenden mit ihren Ritualen, Gewohnheiten und religiösen Vorstellungen kennen und verstehen, um ihre Würde zu bewahren.

An dieser Stelle sollen einige wesentlichen Maßgaben über die Pflege von Bürgern aus dem muslimischen Kulturkreis aufgeführt werden – ohne damit die Auseinandersetzung mit den jeweiligen besonderen Bedürfnissen und Vorstellungen des Pflegebedürftigen ersetzen zu können.

  • Gleichgeschlechtliche Pflege sollte ermöglicht werden; besonders und speziell bei religiösen Ritualen spielt die Geschlechtertrennung eine wichtige Rolle und sollte eingehalten werden.

  • Die rituelle Ganzkörperwaschung sollte unter fließendem Wasser erfolgen. Diese Waschung ist notwendig, um alle religiösen Rituale zu verrichten.

  • Die kleine rituelle Waschung wird fünfmal am Tag verrichtet - ebenfalls unter fließendem Wasser - und ist die Voraussetzung für das fünfmal am Tag stattfindende Pflichtgebet und für das rezitieren aus dem Koran.

  • Bei den Waschungen sollten sich die Pflegenden bei Angehörigen erkundigen, wieweit Hilfestellung notwendig ist.

  • Reinheit des Körpers spielt bei religiösen Ritualen eine wichtige Rolle, so auch die Enthaarung im Schambereich und unter den Achseln. In den meisten Fällen übernimmt diese Aufgabe, wenn der Betroffene selber dazu nicht mehr in der Lage ist, ein Angehöriger.

  • Frauen müssen nach Beendigung ihrer Menstruation die rituelle Ganzkörperwaschung durchführen.

  • Die Intimregion wird nach dem Toilettengang unter fließendem Wasser gereinigt. In Pflegeinrichtungen sind Bidets nicht Standard, daher ist es ratsam eine Kanne mit Wasser oder Feuchttücher neben der Toilette zu platzieren.

  • Die Toilette muss immer mit Hausschuhen, die nur diesen Zweck dienen, betreten werden.

  • In der Wohnung werden Schuhe immer ausgezogen. So sollten auch in den Zimmern von muslimischen Gläubigen die Schuhe vor dem Zimmer ausgezogen werden, oder es werden nur Schuhe getragen die nicht draußen verwendet werden.

  • Als Unrein zählen: Urin, Blut, Schweinefleisch, alkoholische Getränke. Nach einem Kontakt mit diesen Utensilien, wird sich ein Muslim waschen wollen.


  • Detailinformationen können Sie über unsere Projektstelle ina Augsburg nachfragen.

    Diese Verhaltensregeln kann man nicht auf alle Muslime übertragen. Die Gläubigen richten sich nach verschiedenen Gelehrtenschulen. Bitte informieren Sie sich bei den Angehörigen.
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