Interkulturelles Netz
Altenhilfe
INA
Sterberituale
Um den letzten Willen eines islamischen Bürgers mit Einwanderungsgeschichte zu erfüllen, sind bestimmte Rituale einzuhalten. In erster Linie steht die vorherige Rücksprache mit den Angehörigen im Vordergrund. Folgende Rituale wurden von Angehörigen erwähnt:

  • Unverzügliche Verständigung der Angehörigen, Bekannten oder von Mittlerpersonen aus der Gemeinde

  • Angehörige entscheiden, ob sie einen Imam hinzuziehen oder nicht

  • Bei praktizierenden Muslimen versammeln sich die Angehörigen um ihn und verrichten Gebete

  • Das Glaubensbekenntnis wird von Angehörigen oder von Erfahrenen ins Ohr des Verstorbenen gesprochen

  • Im Vordergrund steht das Leben als Geschenk und nicht der Tod

  • Das Leichnam wird nicht alleine gelassen – Bekannte wechseln sich ab

  • Der Mund und die Augen werden verschlossen und der Kopf gebunden

  • Füße werden an den Großzehen zusammen gebunden

  • Die Waschung des Leichnams wird durch Erfahrene durchgeführt (Geschlechtertrennung ist sehr wichtig) – In Augsburg kann die Waschung nur auf dem Gögginger Friedhof erfolgen

  • Die Leiche wird in ein weißes Tuch (nach bestimmter Anordnung durch Erfahrene) gehüllt und für die Bestattung vorbereitet


    • Bestattung und Trauer:
    • Die Information über den Tod erfolgt i. d. R. über Mund zu Mund Propaganda

    • Bei manchen Familien erfolgt eine Anzeige in der Zeitung

    • Überführung des Leichnams in die Türkei oder Beisetzung in Deutschland auf einem Friedhof mit muslimischen Teil (Grabrichtung ist nach Mekka)

    • Angehörige bekommen Beistand und Unterstützung vom Umfeld, z.B. wird die Familie mit Essen versorgt

    • Nach 40 Tagen wird im großen Kreise wieder für den Toten gebetet



    • Hilfen im Todesfall
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